2026

Der Tribut des Glücks

Einleitung
Es heißt, dass Glück niemals allein wandert.
Wenn es sich bei einem Spieler sammelt und schwer wird, verlangt es nach Ausgleich.
Darum gilt am Skattisch ein altes Gesetz, das jene bindet, die zu hoch steigen.

Die Regel
Befinden sich der Erstplatzierte und der Zweitplatzierte im positiven Punktebereich
und führt der Erste mit mindestens dem Doppelten der Punkte des Zweiten,
so wird der Tribut des Glücks fällig.

Der Erstplatzierte hat in diesem Fall eine Abgabe zu leisten.
Er wirft genau jenen Geldbetrag in den Pott,
den der letztplatzierte Spieler einzahlen muss.

So trägt der Höchste die Last des Glücks,
und der Schwächste wird nicht allein gelassen.

Die Pflicht des Spiels

Einleitung
Wer den Tisch sucht, sucht das Spiel.
Anwesenheit ohne Teilnahme ist ein leerer Platz
und widerspricht dem Geist der Karten.

Darum gilt am Skattisch ein Gesetz,
das Nähe und Pflicht verbindet.

Die Regel
Wer an einem Spielabend anwesend ist,
ist zum Spielen verpflichtet.

Wer trotz Anwesenheit nicht am Spiel teilnimmt,
hat zehn Euro in den Pott zu werfen.

So wird das Spiel geehrt
und der Tisch bleibt frei von bloßem Verweilen.

Das Recht der Vierfachen Macht

Einleitung
Es wird gesagt, dass manche Hände nicht dem Zufall entstammen,
sondern ein Zeichen tragen, das erkannt werden will.
Wer solche Macht verbirgt und dennoch schweigt,
handelt wider den Geist des Spiels.

Darum gilt am Skattisch ein stilles Recht
für jene, denen die Ordnung selbst in die Karten gelegt ward.

Die Regel
Hält ein Spieler alle vier Ober oder alle vier Könige auf der Hand,
so darf er verlangen, dass die Karten von Neuem gemischt werden.

Dies Recht darf jedoch nur vor dem Reizen geltend gemacht werden.
Ist das Reizen einmal begonnen,
so ist die Hand gebunden.

So spricht die Karte vor dem Wort,
und die Macht offenbart sich, ehe das Spiel beginnt.

Die Ordnung der Vielen

Einleitung
Wo viele sich um den Tisch scharen,
darf das Spiel nicht zerfallen.
Darum folgt die Teilnahme keiner Willkür,
sondern einer festen Ordnung,
die sich mit jeder Runde erneuert.

Die Regel
Skat wird gespielt, gleich wie viele sich versammeln.

Sind drei Spieler zugegen,
so spielt ein jeder.

Sind vier Spieler anwesend,
so wird eine aussetzende Runde bestimmt,
in der ein Spieler pausiert.

Sind mehr als vier Spieler anwesend,
so gilt folgende Ordnung,
ausgehend vom Geber:

Der nächste Spieler nach dem Geber spielt.
Der darauffolgende Spieler setzt aus.
Der nächste danach spielt.
Der darauffolgende Spieler spielt.

Alle weiteren Spieler, die in der Reihenfolge folgen,
nehmen an dieser Runde nicht teil.

Mit jeder neuen Runde wandert der Geber weiter,
und mit ihm erneuert sich die Ordnung des Spielens.

So bleibt das Spiel gewahrt,
die Reihenfolge klar
und die Teilnahme gerecht verteilt.

Das Recht der Wandlung

Einleitung
Kein Gesetz ist ewig,
denn auch das Spiel wandelt sich mit denen, die es tragen.
Doch Wandel ohne Opfer ist bloß Laune
und darf am Tisch keinen Bestand haben.

Darum ward festgesetzt,
dass Veränderung ihren Preis kenne.

Die Regel
Die bestehenden Regeln sind nicht unveränderlich
und dürfen gewandelt oder ergänzt werden.

Eine solche Wandlung ist jedoch nur gültig,
wenn zehn Euro in den Pott geworfen werden.
Diese Gabe darf allein oder gemeinsam erbracht werden.

Die neue Regel hat innerhalb einer Stunde nach der Gabe zu erfolgen.
Sie muss eindeutig formuliert, sozial gerecht
und von jedem Spieler gleichermaßen erfüllbar sein.

Erst dann gilt sie als gesprochen
und findet Eingang in den Codex des Tisches.

Die Pflicht der rechten Stunde

Einleitung
Zeit ist das erste Opfer des Spiels.
Wer sie missachtet, stört die Ordnung des Tisches
und lässt die Geduld der Wartenden schwinden.

Darum ist der Mittwoch geweiht
und seine Stunde festgesetzt.

Die Regel
Der Spieltag ist der Mittwoch,
und das Spiel beginnt zur zwanzigsten Stunde und dreißig.

Wer nach der einundzwanzigsten Stunde erscheint
und seine Verspätung nicht bis zur zwanzigsten Stunde kundgetan hat,
hat einen Euro in den Pott zu werfen.

So lernt der Säumige die Schwere der Zeit
und der Tisch bleibt im Gleichgewicht.

Der Obolus der Unachtsamkeit

Einleitung
Kein Spiel ist frei von Fehl und kein Mensch vor Unachtsamkeit sicher.
Doch wo Fehler ungesühnt bleiben,
schwindet die Ordnung und das Spiel zerfällt in Lärm.

Darum ward am Skattisch ein geringer, doch unerbittlicher Obolus bestimmt,
auf dass Aufmerksamkeit herrsche und Nachlässigkeit ihren Preis kenne.

Die Regel
Begeht ein Spieler einen Fehler,
so hat er zehn Cent in den Pott zu werfen.

Als Fehler gelten insbesondere:
das Vergeben der Karten,
das falsche Einwerfen,
sowie ein unrechtes Beginnen des Reizens.

Ebenso wird der Obolus fällig,
wenn alle Spieler ihn einfordern.

Ausnahme
Verwirrung jedoch ist erlaubt.
Wer durch Wort, Blick oder Schweigen den Geist des Gegners trübt,
handelt nicht fehl,
denn List ist Teil des Spiels.

Das Gesetz des Pottes

Einleitung
Am Tisch liegt der Pott wie ein stiller Wächter,
gefüllt durch die Opfer der Spieler,
doch niemals soll er geschmälert werden,
solange das Spiel währt.

Denn der Pott ist mehr als Geld;
er ist Symbol der Ordnung, des Ausgleichs und der Gemeinschaft.

Die Regel
Der Pott ist unantastbar.
Nie darf Geld entnommen werden,
es darf allein hineingesteckt werden.

Seine Schätze bleiben bis zum Jahresabschluss bewahrt.
Dann wird er gemeinsam ausgegeben,
und zwar nur an jene aktiven Spieler,
die sich durch Spiel, Ehre und Beständigkeit einen Namen verdient haben.

So schützt der Pott das Spiel,
belohnt die Treue der Spieler
und bleibt das heilige Band des Tisches.

Noch Regeln:

Hab ich was vergessen??